"Auf beeindruckende Weise quer gedacht"

Verleihung des Jugendpreises der Evangelischen Akademie an Caroline Seidel und Kirsten König

Ludwigshafen (lk). Sie wollen Menschen in den ärmsten Regionen der Welt eine Zukunft geben und machen sich daher auch für ein gesellschaftliches Umdenken stark: Caroline Seidel aus Neustadt und Kirsten König aus dem nordrhein-westfälischen Borken sind die Gewinnerinnen des „Jugendpreises für engagierte Querdenker“ der Evangelischen Akademie der Pfalz. Mit ihren Projekten „Hand des Menschen“ und „Idela Uganda“ hätten die beiden Studentinnen auf sehr beeindruckende und letztlich erfolgreiche Weise „quer gedacht“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Volker Lingnau in seiner Laudatio anlässlich der Preisverleihung in Ludwigshafen. Junge Menschen, die sich für die Gesellschaft einbringen, zu fördern und ihnen ein Netzwerk anzubieten, sei Motiv des Jugendpreises, sagte Akademiedirektor Christoph Picker. König und Seidel hätten mit großem Engagement ihre Vereine gegründet und über persönliche Betroffenheit hinaus Organisationsstrukturen aufgebaut.

Bei den preisgekrönten Patenschafts- und Entwicklungshilfe-Vereinen handele es sich zwar um ähnliche Projekte, aber mit je eigenem Profil, sagte Lingnau. Caroline Seidel engagiert sich im Verein „Hand des Menschen – Kindern eine Zukunft geben e.V.“. Der Verein setzt sich für Bildungschancen und Gesundheitsförderung in Indien und Kenia ein. Durch Patenschaften sollen Kinder nachhaltig und gezielt gefördert werden. Kirsten König fördert im Verein „IDELA Uganda e.V.“ deutsch-ugandische Schulpartnerschaften. Der Verein ermöglicht Kindern aus dörflichen Regionen Ugandas den Schulbesuch und arbeitet mit lokalen Partnern an der Verbesserung der Lebensbedingungen ugandischer Familien. Verantwortung übernehmen, kritisch denken, ein ethisches Thema auf den Punkt bringen – diese Kriterien hätten die beiden Studentinnen erfüllt, so Picker.

Kirsten König studiert am University College Freiburg „Liberal Arts and Sciences“. Die 19-Jährige ist in ihrem Verein für die übergeordnete Koordination und die Kommunikation zuständig. Seidel, die sich in ihrer Jugend in der Kindergottesdienstarbeit der protestantischen Kirchengemeinde Neustadt-Haardt engagiert hat, studiert in Bamberg für das Lehramt an Gymnasien. „Wir versuchen, durch Patenschaften das Leben der Kinder nachhaltig und gezielt zu fördern und zu verbessen. Es sind kleine Schritte, die wir tun, aber sie gehen in die richtige Richtung“, schilderte die 22-Jährige ihr Anliegen. König und Seidel teilen sich das Preisgeld von 1000 Euro.

Die Junge Akademie der Evangelischen Akademie der Pfalz hat den Preis zum neunten Mal ausgeschrieben. Der Wettbewerb richtet sich an junge Erwachsene zwischen 15 und 26 Jahren, die sich mit einem eigenen Projekt gesellschaftlich, schulisch, kirchlich, kulturell, karitativ oder politisch engagieren. Unter den Gästen der Preisverleihung war auch Lucas Guttenberg, der 2005 als erster Preisträger mit seinem Projekt Heidelberger Jugendgemeinderat die Jury überzeugt hatte. Den musikalischen Rahmen der Feier gestalteten die Freiburger Musikstudenten Clemens Thomas und Helena Bickel. Thomas war mit seinem Projekt „Figuren und Raum“ ebenfalls für den Jugendpreis nominiert worden.

Der Jugendpreis für engagierte Querdenker wird von der Gesellschaft der Freunde der Evangelischen Akademie gestiftet. Die Jury bilden Wissenschaftler und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Die Schirmherrschaft haben die rheinland-pfälzische Staatministerin Doris Ahnen und Kirchenpräsident Christian Schad.

28.11.2013, Ludwigshafen